CSU setzt Reihe „Hersbruck erleben“ fort – zu Besuch bei der HEWA
Die CSU Hersbruck hat ihre Reihe „Hersbruck erleben“ fortgesetzt und diesmal die HEWA GmbH, Tochter im Kommunalunternehmen der Stadt Hersbruck, besucht. Über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer informierten sich über das breite Leistungsspektrum, aktuelle Projekte und insbesondere die Herausforderungen und Chancen der Wärmewende.
Die Ortsvorsitzenden Peter Uschalt (CSU Altensittenbach) und Götz Reichel (CSU Hersbruck) begrüßten den Geschäftsführer und Vorstand des Kommunalunternehmens, Harald Kiesl, Hendrik Nijhuis, zuständig für die Wärmewende in Hersbruck, sowie Norbert Raum, den Verantwortlichen für die Fernwirktechnik zur Überwachung aller betriebenen Erzeugungs- und Verteilungsanlagen im Stadtgebiet. Ein besonderer Gruß Uschalts galt Wilhelm Henke, dem Vorgänger des heutigen Geschäftsführers Kiesl, der während seiner Wirkungszeit maßgeblich den Ausbau der Versorgungsnetze in Hersbruck vorangetrieben hatte.
Mit dabei waren unter anderem Bundestagsabgeordneter Ralph Edelhäußer, Kreisbäuerin Marion Fischer, die wie Lisa Bezold auch Mitglied des Kreistages ist, sowie die Stadtratsmitglieder .
Uschalt bezeichnete die HEWA als „innovatives Unternehmen und Leuchtpunkt unter den Energieversorgern im Landkreis“. Bereits 2010 habe man mit Harald Kiesl „den richtigen Mann“ gefunden. Das Unternehmen sei seitdem stetig und kontinuierlich gewachsen. Auch der 2013 erfolgte Rückkauf der Anfang der 2000er-Jahre an die N-ERGIE verkauften HEWA-Anteile sei strategisch richtig und ein Meisterstück unseres Ersten Bürgermeisters Robert Ilg gewesen. „Die damals investierten 5,1 Millionen Euro waren gut angelegt“, so Uschalt.
Götz Reichel ergänzte: „Die Gründung des Kommunalunternehmens war anschließend der folgerichtige Schritt und hat sich vollumfänglich bewährt, die Bilanz ist beeindruckend.“
HEWA: Vom Energieversorger zum kommunalen Konzern
Geschäftsführer Harald Kiesl stellte die HEWA als „Konzern“ und „Vollsortimenter im Bereich der Energie- und Wasserversorgung“ vor. Zum Leistungsspektrum gehören inzwischen auch Kanalisation, Kläranlage und IT-Dienstleistungen für die gesamte Stadtverwaltung sowie deren Tochtergesellschaften. Mit dem neuen Tochterunternehmen für den Glasfaserausbau und der zentralen Koordination von Tiefbauarbeiten werden Synergien gehoben, Kosten gespart und effizienteres Arbeiten ermöglicht.
„Insgesamt verantwortet der Konzern rund 80 Millionen Euro Kapital für die Bürgerinnen und Bürger und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 25 Millionen Euro. Die Zahl der Beschäftigten ist von 32 Mitarbeitern im Jahr 2010 auf inzwischen 65 gestiegen“, so Kiesl.
Bei einem Rundgang konnten die Teilnehmer unter anderem das Kundenzentrum, das Zentrallager und den Logistikbereich sowie die Leitwarte besichtigen. Dort werden unter anderem die Trinkwassergewinnungs- und Verteilungsanlagen – Brunnen, Quellen und Hochbehälter – und angeschlossene PV-Anlagen automatisch überwacht.
Rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr wird durch einen Bereitschaftsdienst sichergestellt, dass auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten sowie an Wochenenden qualifiziertes Personal erreichbar ist.
„Wir sind Ihr Ansprechpartner vor Ort und auch persönlich für Sie da“, beschreibt Kiesl die Firmenphilosophie.
Wärmewende mit vielfältigen Möglichkeiten
Im Mittelpunkt des Besuchs stand die kommunale Wärmeplanung. Hendrik Nijhuis erläuterte, dass Hersbruck bei der verpflichtenden Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung bis August 2028 schneller vorankomme, als es der Gesetzgeber vorgibt. Bereits im Frühjahr dieses Jahres wurde ein entsprechendes Projekt erfolgreich umgesetzt. Damit schafft Hersbruck für sich und seine Bürger frühzeitig Klarheit und zeigt Wege zur Realisierung des von der Bundesregierung beschlossenen Ziels einer klimaneutralen Wärmeversorgung 2045.
Die durchgeführte Bestands- und Potenzialanalyse zeigt vielfältige Möglichkeiten auf: Gewässer, Windkraft, Photovoltaik und Solarthermie, Abwasser, Industrieabwärme, Geothermie sowie Biogas und Biomasse. Vor allem die Pegnitz könnte grundsätzlich als bedeutende Wärmequelle genutzt werden. Gleiches gilt für das Abwasser der Kläranlage.
Die Wärmeplanung unterteilt das Stadtgebiet in 25 Quartiere und unterscheidet unter anderem zwischen Verdichtungs- und Ausbaugebieten für bestehende Wärmenetze, Neubau- und möglichen Wasserstoffnetzgebieten sowie dezentralen Versorgungsgebieten.
Aktuell arbeitet die HEWA an sogenannten Transformationsplänen für bestehende Wärmenetze. Dabei wird geprüft, wie der bisherige Einsatz von fossilem Erdgas zukünftig durch erneuerbare Energie, beispielsweise durch die Nutzung der Pegnitz, ersetzt werden kann. Mögliche Netzerweiterungen, beispielsweise in der Altstadt, werden in diesem Zusammenhang ebenfalls bewertet.
Als konkretes Erfolgsprojekt stellte Nijhuis das Projekt Raiffeisenstraße Süd vor. Ein mittelwarmes Niedertemperatur-Wärmenetz kann dort alle 106 entstehenden Wohneinheiten mit einem Wärmebedarf von rund 620 MWh pro Jahr unmittelbar mit erneuerbar erzeugten Energien vor Ort versorgen.
Für die Kunden ergeben sich durch den Anschluss an dieses Wärmenetz vielfältige Vorteile: ein geringerer Platzbedarf, weniger Aufwand für den Betrieb einer eigenen Heizung, kein Geräuschpegel durch eine eigene Außeneinheit auf dem Grundstück und eine ökologische Optimierung.
Die Besucher zeigten sich beeindruckt vom Leistungsspektrum der HEWA, den innovativen Ansätzen und den hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Zum Abschluss dankte Harald Kiesl dem Aufsichtsrat für das entgegengebrachte Vertrauen und den Rückhalt, „diesen Weg zu einer erfolgreichen Energie- und Wärmewende gehen zu können“.



